Archive for September, 2009

In der ersten Wochenhälfte konnte sich die Kursrallye am Aktienmarkt noch weiter fortsetzen. Zeitweise wurde sogar die Marke von 9.900 Punkten im Dow Jones überschritten. In der zweiten Wochenhälfte schaltete der Markt nach langer Zeit jedoch wieder einmal in den Rückwärtsgang. Unterm Strich musste der Dow Jones einen Wochenverlust von 1,6 Prozent hinnehmen. Grund für die Verkäufe gegen Ende der Woche waren vor allem relativ enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA. Demnach wurde ein unter den Erwartungen liegender Verkauf von neuen Eigenheimen vermeldet. Die Auftragseingänge in den USA fielen mit einem unerwarteten Rückgang ebenfalls schwach aus. Für die kommende Woche erwarten viele Marktteilnehmer, dass sich die relative Marktschwäche weiterhin fortsetzen wird.

Bei den Einzelwerten zeichnete sich im Dow Jones in der zurückliegenden Woche ebenfalls ein deutliches Bild ab. Demnach konnten von den 30 Indexwerten nur fünf Titel zulegen. Gefragt waren überwiegend defensive Werte wie Procter & Gamble und Verizon, welche um gut ein Prozent zulegen konnten. Hingegen wurden überwiegend zyklische Werte wie Caterpillar und DuPont abgegeben. Beide Titel verzeichneten einen Kursrückgang von fünf bzw. sechs Prozent. Für die Aktien der Bank of America ging es mit einem Abschlag von sechs Prozent ebenfalls deutlich bergab. Im S&P 500 legten einige der gefallenen Engel im Wochenvergleich hingegen deutlich zu. Demnach verzeichneten die Finanzaktien American International und MBIA Zugewinne von elf bzw. fünf Prozent.

In Deutschland schaltete der Aktienmarkt in der vergangenen Woche ebenfalls den Rückwärtsgang ein. So verlor der deutsche Leitindex DAX in den zurückliegenden fünf Handelstagen rund 2,1 Prozent seines Wertes. Unter den Einzelaktien konnten vor allem defensive Titel wie Henkel und Beiersdorf zulegen. Abgegeben wurden hingegen zyklische Papiere wie ThyssenKrupp und K+S, welche im Wochenvergleich gut sieben Prozent verloren. Die kommende Woche wird erneut ereignisreich werden. So erwarten viele Marktteilnehmer mit Spannung das Endergebnis der Bundestagswahl. Allerdings besagt eine alte Börsenweisheit, dass politische Börsen „kurze Beine“ haben.

Die vergangene Handelswoche verlief für viele Anleger sehr erfreulich. An der Wall Street markierte der Dow Jones ein neues Jahreshoch und stieg auf Wochensicht um 1,74 Prozent, auch wenn am Freitag ein kleiner Kursrücksetzer auf 9.605 Punkte hingenommen werden musste. Die Gewinnerliste wurde dabei von Walt Disney angeführt. Die Aktie konnte ein Wochenplus von knapp 10 Prozent verbuchen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Alcoa und Merck, welche ihren Wert auf Wochenbasis um 6,65 bzw. um 5,99 Prozent erhöhen konnten. Auf der Verliererseite stach besonders ein Wert hervor. Demnach verlor Kraft Foods trotz des erfreulichen Börsenklimas in der vergangenen Handelswoche 7,12 Prozent an Wert. Die Aktionäre des Unternehmens sehen wohl die geplante Übernahme des britischen Süßwarenherstellers Cadbury kritisch, da der Deal die Bilanz von Kraft weiter strapazieren wird.

Die positive Grundstimmung der Märkte erhielt jedoch dank guter Konjunkturdaten aus China weiteren Auftrieb. So gab das Statistische Amt in Peking bekannt, dass die chinesische Industrieproduktion um 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen ist. Damit lag diese über den Schätzungen der Volkswirte, die im Schnitt mit 11,8 Prozent gerechnet haben. Auch aus den USA waren positive Stimmen zu hören. Hier legte das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zu und stieg von 65,7 auf 70,2 Punkte, wodurch der Wert die Prognosen der Experten deutlich übertraf.

In Deutschland kannte der DAX in der vergangenen Handelswoche ebenfalls nur eine Richtung. Der Index stieg zum sechsten Mal in Folge und schloss ebenfalls auf einem neuen Jahreshoch bei 5624 Punkten. Besonders erfreulich verlief die Woche abermals für die Aktionäre der Commerzbank, die sich über ein Wochenplus von 18,78 Prozent freuen konnten. Mit der Lufthansa und Salzgitter konnten jedoch auch die auf Platz zwei und drei liegenden Werte mit Gewinnen von 11,22 und 10,92 Prozent einen Wertzuwachs im zweistelligen Bereich verbuchen. Unter den vier Verlierern musste hingegen Hannover Rück mit einem Kursminus von 1,43 Prozent auf Wochenbasis den größten Verlust hinnehmen.

Wie die Entwicklung an den Börsen weitergeht, darüber sind sich die Experten uneinig. Auf der einen Seite stehen die Optimisten, die an eine nachhaltige Entwicklung der Märkte glauben. Unterstützt werden sie durch immer mehr Investoren, die ihr Geld wegen der niedrigen Renditen auf den Anleihen- und Rentenmärkten nun verstärkt wieder in Aktien investieren. Auf der anderen Seite stehen die Pessimisten, die angesichts der erfreulichen Wertentwicklung der letzten Monate – immerhin stieg der DAX seit März um über 50 Prozent – ein immer größer werdende Lücke zwischen den Erwartungen und den harten wirtschaftlichen Fakten sehen.

Da derzeit jedoch keine Störfeuer in Sicht sind und einige Anleger noch auf den fahrenden Zug aufspringen wollen, könnte der DAX durchaus noch ein paar Pünktchen dazugewinnen. Allerdings käme eine Gegenbewegung in den kommenden Tagen auch nicht überraschend.