Archive for June, 2009

Seit der Übernahme der Dresdner Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte Privatbank in Deutschland. Die Finanzkrise brachte jedoch das Institut, das jede Menge Altlasten in den Büchern hatte, ordentlich ins Wanken, sodass ein Staatseinstieg zur Verhinderung eines Kollapses notwendig wurde. Das Problem der Gesellschaft war dabei nicht die operative Ertragskraft, sondern vielmehr der Abschreibungsbedarf auf Beteiligungen und faule Kredite, mit der Folge, dass das notwendige Eigenkapital der Bank dramatisch gesunken ist.

Durch den Einstieg des staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) bei der Commerzbank mit 25% plus einer Aktie ist die Bank fortan nicht mehr unabhängig und unterliegt den Vorgaben, die an die Hilfsmaßnahme gekoppelt sind. Neben der Kapitalerhöhung, die der Bund zum Preis von 6 Euro zeichnete, um die Sperrminorität zu erlangen, erhielt die Bank obendrein noch zusätzliche liquide Mittel, die mit einem Zinssatz von 9% berechnet werden.

Die Aktie der Commerzbank geriet im Zuge der Finanzkrise zudem unter Druck, da das Institut neben Arcandor auch Schaeffler und Continental sowie HeidelbergCement mit Krediten versorgt hat. Die Kursverluste dieser Unternehmen sowie die drohenden Ausfallrisiken bereiteten den Anlegern große Sorgen und sorgten für einen Tiefststand der Aktie im März 2009 bei 2,22 Euro. Bereits im Mai, also nur zwei Monate später, wechselten die Aktien bei Kursen über der Marke von 6 Euro wieder die Besitzer. In den vergangenen Tagen, sowie heute, gerieten die Anteilsscheine jedoch noch mal ordentlich unter Druck und sanken im Tief auf unter 4,10 Euro.

Fazit: Am vergangenen Donnerstag teilte die Bank die erfolgreiche Platzierung einer Anleihe mit einem Volumen in Höhe von 1 Mrd. Euro mit. Die Nachfrage nach den mit 4,75% verzinsten Papier lag um das 1,7-fache über dem Angebot, was als offensichtliches Signal für das Vertrauen in die Bank gewertet werden kann. Aufgrund der starken Kursschwankungen ist es ratsam, Engagements mit einem Stop-Loss-Kurs abzusichern. Die hohen Handelsvolumina ermöglichen jederzeit einen relativ leichten Ein- und Ausstieg. Wer an das baldige Ende der Finanzkrise glaubt, kann mit der Commerzbank Aktie an der Erholung teilnehmen.