Archive for April, 2009

Für die deutsche Wirtschaft sieht es derzeit schlecht aus. So vermuten die Wirtschaftsweisen der acht führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, dass das heimische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um rund sechs Prozent schrumpfen wird. Ein Hauptgrund für die schwache Entwicklung liegt vor allem im Export, welcher bereits in den vergangenen Monaten erheblich eingebrochen ist. Allerdings gibt es trotz der schlechten Nachrichten auch ein Licht am Ende des Tunnels. Demnach deuten erste Konjunkturbarometer auf eine Entspannung in der Wirtschaft hin. Hierfür spricht neben dem ZEW-Index vor allem der viel beachtete ifo-Index, welcher im April den höchsten Stand seit fünf Monaten erreichte. Der ING-Volkswirt Carsten Brzeski kommentierte: „Der Anstieg des ifo-Index und anderer Indikatoren bedeute sicherlich nicht das Ende der Krise, deute aber doch auf ein Ende des freien Falls der Wirtschaftsaktivität hin.“ Er fügte hinzu, dass im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung der Wirtschaft möglich sei.
An der Wall Street konnten nach 6 Wochen mit Gewinnen in Folge in dieser Woche keine Kursgewinne verzeichnet werden. Der Dow Jones gab in den vergangenen Handelstagen um knapp 0,7 Prozent nach. Händler begründeten die uneinheitliche Tendenz vor allem mit Gewinnmitnahmen, welche nach der anderthalb Monate andauernden Erholungsrallye fällig waren. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen in dieser Woche vor allem die Quartalszahlen, welche insgesamt nicht ganz so schlecht ausfielen, wie zuvor vom Markt befürchtet wurde. An der Konjunkturfront kam es ebenfalls zu einer weiteren leichten Aufhellung. Demnach fielen die Auftragseingänge im März lediglich um 0,8 Prozent und nicht - wie von Volkswirten befürchtet - um 1,5 Prozent. Die Zahl der verkauften neuen Eigenheime lag ebenfalls leicht über den Erwartungen. Damit scheint sich ähnlich wie in Deutschland ein Trend zur leichten Stabilisierung der Wirtschaft abzuzeichnen.
In Deutschland tendierte der Gesamtmarkt im Wochenvergleich trotz eines schlechten Auftakts nahezu unverändert. So gab der DAX in den vergangenen 5 Handelstagen lediglich um 2 Punkte oder 0,05 Prozent nach. Bei den Einzelwerten litten vor allem die ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Post und Deutsche Telekom. Beide Aktien wurden aufgrund von schlechten Geschäftsaussichten von den Anlegern gemieden und verloren im Wochenvergleich um 8 bzw. um 13 Prozent an Wert. Gefragt waren hingegen die Aktien der Adidas AG, welche im Wochenvergleich um 10 Prozent zulegen konnten. Im TecDAX sorgte erneute die Aktie der Conergy AG für Furore. Demnach gab das angeschlagene Unternehmen nach den Kursgewinnen der Vorwochen in dieser Woche um 43 Prozent an Wert nach. Angesichts der fundamental angespannten Lage, sind auch zukünftig weitere Kurskapriolen bei Conergy zu erwarten.

Im amerikanischen Bankensektor zeichnet sich eine Stabilisierung ab. So habe laut der Zeitung „New York Times“ der laufende Stress-Test der US-Regierung ergeben, dass viele führende US-Kreditinstitute deutlich besser aufgestellt sind, als zuvor angenommen wurde. Damit zeigt sich eindeutig, dass viele US-Banken zwar auf Staatshilfen angewiesen sind, der Umfang der Rettungspakte aber bei weitem nicht so hoch sein muss, wie zuvor noch seitens der Pessimisten angenommen wurde. Für positive Stimmung im US-Finanzsektor sorgte zudem die Bank Wells Fargo. Demnach erwartet das viertgrößte US-Institut, im ersten Quartal des Jahres 2009 einen Gewinn von rund drei Milliarden US$ eingefahren zu haben. Dies belegt, dass viele Banken besser mit den Abschreibungen zurechtkommen, als dies zuvor vom Markt angenommen wurde.

An der Wall Street setzte sich die seit Anfang März andauernde Kursrallye weiter fort. So konnte der Dow Jones im Wochenvergleich um 66 Punkte oder 0,82 Prozent zulegen. Ein Grund für die positive Stimmung waren jüngste Konjunkturdaten, welche belegen, dass offenbar ein konjunktureller Umschwung bevorstehen könnte. Demnach sank die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 20.000. Dies war der stärkste Rückgang in diesem Jahr. Zudem deuteten deutlich besser als erwartet ausgefallene Lagerbestände im Großhandel auf eine mögliche konjunkturelle Wende hin.

In Deutschland setzte sich die seit März anhaltende positive Stimmung in der vergangenen Woche weiter fort. Hierbei kam es vor allem am vergangenen Donnerstag zu einem wahren Kursfeuerwerk. So konnte der DAX am letzten Handelstag der Woche um stattliche 3,06 Prozent auf 4.491 Punkte zulegen. Besonders gefragt waren erneut die Papiere der Deutschen Bank, welche dank der positiven Nachrichten von Wells Fargo am Donnerstag um über 10 Prozent zulegen konnten. Hingegen litten die Vorzugsaktien der Henkel KGaA aufgrund von schwachen Quartalszahlen deutlich. Demnach ging im ersten Quartal das Konzernergebnis von 320 Millionen auf etwa nur noch 215 Millionen Euro zurück. Henkel-Aktien verloren im Tagesvergleich daraufhin über 7 Prozent ihres Wertes.