Archive for February, 2009

An den internationalen Finanzmärkten bestimmt zurzeit die Angst das Geschehen. Hiervon konnte vor allem der Goldpreis profitieren, welcher am Freitag zeitweise auf über 1.000 US$ je Feinunze stieg. Gefragt waren ebenfalls qualitativ hochwertige Staatsanleihen, welche in der vergangenen Woche abermals auf einem extrem hohen Niveau notierten. Für die Aktien sieht es hingegen weiterhin extrem schlecht aus. So verzeichneten nahezu alle weltweit führenden Börsen kräftige Kursverluste in der vergangenen Woche. Unter Abgabedruck standen hierbei vor allem die Finanzwerte, welche aus Angst vor weiteren unkalkulierbaren Abschreibungen erneut deutlich an Wert nachgaben.

An der Wall Street standen die Kurse ebenfalls stark unter Druck. So verzeichnete der Dow Jones in der vergangenen verkürzten Handelswoche ein Kursminus von 6,2 Prozent. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens standen hierbei die Finanzwerte, welcher unter Gerüchten über eine anstehende Verstaatlichungswelle im Bankenbereich litten. Ob die Aktionäre der Bank of America und der Citigroup aber tatsächlich enteignet werden, bleibt ungewiss. So machte im späten Freitagshandel die Meldung die Runde, dass das Weiße Haus angeblich einen privaten Bankensenktor für den besten Weg halte. Mit welchen Mitteln die US-Regierung das US-Bankensystem stabilisieren will, bleibt allerdings abzuwarten.

Am deutschen Aktienmarkt gaben die Kurse in der zurückliegenden Woche ebenfalls deutlich nach. Demnach verzeichnete der deutsche Leitindex DAX in den vergangenen fünf Handelstagen ein Kursminus von über neun Prozent. Abgegeben wurden auch hier vor allem Finanzwerte, welche sich dem weltweiten Abwärtssog in diesem Sektor nicht entziehen konnten. Zu den großen Verlierern zählten mit einem Wochenminus von rund 15 Prozent auch die Aktien der Daimler AG. So litt der Kurs der Aktie unter schwachen Quartalszahlen, welche belegen, dass jetzt auch die deutsche Automobilindustrie voll von der Finanzkrise erfasst wurde. In der kommenden Woche wird vor allem die 4.000er Marke beim DAX im Mittelpunkt der Marktteilnehmer stehen. So notiert der Index mit einem Stand von 4.014 Punkten nur knapp über dieser wichtigen Unterstützungslinie.

in den USA wird derzeit wie in Deutschland über die Gründung einer Bad Bank diskutiert. Ob ein solches Institut, welches die Geschäftsbanken von faulen Wertpapieren befreien könnte, tatsächlich realisiert werden kann, scheint auch in den USA mehr als fraglich. Demnach wurde gegen Ende der Woche deutlich, dass die Gründung einer Bad Bank sich als weitaus komplizierter gestaltet als zuvor vom Markt angenommen wurde. An der Wall Street wurde die unwahrscheinlicheren Aussichten auf die Gründung einer Bad Bank gegen Ende der Woche mit Kursverlusten quittiert. Zudem belasteten erneut schlecht ausgefallene Konjunkturdaten sowie ein landesweit weiterer massiver Stellenabbau den Markt.

Auf der Unternehmensseite stand vor allem Pfizer im Mittelpunkt des Marktinteresses. So wird das weltgrößte Pharmaunternehmen den Wettbewerber Wyeth für 68 Mrd. US$ übernehmen. Insgesamt rechnet der New Yorker Konzern ab dem dritten Jahr nach der Übernahme mit Einsparungen von 4 Mrd. US$. An der Börse wurde die Übernahme allerdings nicht honoriert. So gaben die im Dow Jones gelisteten Pfizer-Aktien im Wochenvergleich um mehr als 16 Prozent nach. Neben Pfizer verzeichneten die Aktien von General Motors und Caterpillar ebenfalls prozentual zweistellige Kursverluste. Auf der Gewinnerseite im Dow Jones standen in der vergangenen Woche mit Kurszuwächsen von zwei bis fünf Prozent hingegen die Finanzwerte.

Am deutschen Aktienmarkt konnten in der vergangenen Woche deutliche Kursgewinne verzeichnet werden. Gefragt waren vor allem die Finanzwerte, welche sich im Rahmen einer technischen Gegenreaktion spürbar von den Kursverlusten der Vorwochen erholen konnten. Für positive Schlagzeilen sorgte das DAX-Schwergewicht Siemens. So konnte der Münchner Konzern mit seinen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 positiv überraschen. Siemens-Aktien legten im Wochenvergleich mit einem Kursplus von 5 Prozent überdurchschnittlich zu.